Mode zwischen Currywurst und Hasenheide: Junge Designer am Hermannplatz.

Manche Modemacher träumen vom Kurfürstendamm. Neuköllner Modemacher zieht es an den Hermannplatz. Dort eröffnen sie Mitte Juni einen temporären Laden im Karstadt-Kaufhaus zwischen Urbanstraße und Hasenheide.19 Designer stellen dann ihre Mode dort aus, sie veranstalten Foto-Shootings, Modeschauen und Kunstaktionen, und feiern ihren Pop-Up-Store mit einer großen Vernissage am 13. Juni.

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Langweilig wird sie nie: die Zigarettenpause am Hermannplatz. Für mehr als eine Zigarettenlänge kommen am Mitte Juni die Neuköllner Modemacher.

 

Mit dabei sind Modemacher wie Philipp Wehrhahn mit seinem Label “Kollateralschaden” und Spezialisten wie Suzanna Kuhlemann, deren Label “1979” für Vintage-inspirierte Schwimm-Mode steht. Manche Modemacher haben sich auf das Upcycling spezialisiert, das Aufwerten und Schneidern mit gebrauchten Kleidungsstücken. Auch Accessoire-Designer wie Benra, die u.a für Base-Caps stehen, und Goma, die aus Autoreifen Taschen nähen, werden am Hermannplatz ihre Werke präsentieren.
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Die Republica 2013: Yoana Sanchez, Panzer und eine Elefantenrunde

Die republica in diesem Jahr, für mich geballt in einer Nussschale: Yoana Sanchez, Panzer und eine Elefantenrunde.

Das Schönste an der republica ist, dass sie einen immer wieder über den eigenen Tellerrand schubst. Ich stoße auf Gesichter und Themen, von denen ich vorher gar nicht ahnte, dass sie mich interessieren könnten. Panzer und Soldaten in den Social Media, zum Beispiel, ist so ein Thema. Wäre ich nie im Leben hingegangen, hätte ich mich nicht im Raum geirrt. Aber was Thomas Wiegold und Sascha Stoltenow über die Digital Natives, die in den Krieg ziehen, erzählt und gezeigt haben, das war so spannend und kontrovers, dass ich mich dann nicht losreißen konnte.

* Thomas Wiegold bloggt auf Augen geradeaus und Sascha Stoltenow schreibt den Bender-Blog. Hier hat er über die gemeinsame republica-Session geschrieben.

Vor allem aber faszinieren mich auf der republica die Blogger und Digitalmenschen, die jenseits von Europa unterwegs sind. Afrika, Asien, Südamerika – den Entwicklungen auf anderen Kontinenten wird auf der republica viel Raum gegeben. Anders als so oft von Kritikern zu hören ist, ist die republica alles andere als eine Nabelschau und ein Klassentreffen der Digital-Szene Deutschlands, vielleicht noch Europas. Selten kann man soviel aus erster Hand über Netzkultur und digitales Leben außerhalb des eigenen Mikrokosmos erfahren.

republica2013_station

Die republica 2013 in Berlin.

Schwer beeindruckt hat mich diesmal …

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Rechtsextremismus: Mehr Menschen in Berlin verletzt

139 Gewalttaten und massive Bedrohungen hat die Berliner Opferberatungsstelle ReachOut für das Jahr 2012 dokumentiert. Das sind zwar 19 weniger als 2011, doch es wurden dabei mehr Menschen verletzt oder bedroht. 234 waren es im vergangenen Jahr, 229 in 2011. Die meisten Angriffe wurden in Neukölln und Friedrichshain verübt. Wie in den Vorjahren war Rassismus das häufigste Tatmotiv, neben Homophobie und Aktionen gegen politische Gegner und Alternative.

Anfang März stellten ReachOut und die Berliner Register ihre Beobachtungen rechtsextremer Aktionen in den einzelnen Berliner Bezirken vor:

Rechtsextremismus in Berlin from bier statt blumen on Vimeo.

 

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Tatort Grüne Oase

Berlin braucht Platz. Rund 6.000 Wohnungen sollen jährlich neu entstehen, die Autobahn verlängert und Schulen gebaut werden. Freie Brachen gibt es immer weniger, deshalb sollen zunehmend auch Gärten einer Bebauung weichen. Jüngstes Beispiel: Der Anfang März vorgestellte Plan für das Tempelhofer Flugfeld sieht eine Randbebauung vor, so dass die dortigen Gärten weichen müssten.

Dieser Film – entstanden in Auftrag der Neuköllner Gärtner von „Hand in Hand“ – stellt 6 Berliner Gärten und Gartenkolonien vor, die bedroht oder schon verschwunden sind.

“Hand in Hand” auf dem Weg zum Abriss

Teil 1 // 10 Min.

Die Kolonie „Hand in Hand“ wurde im November verschlossen und abgeräumt. Sie musste einem Neubau für das Schulprojekt „Campus Rütli“ weichen. Dieses Schicksal ereilte die Gärten an der geplanten Strecke für den A100-Ausbau schon früher. Nicht nur die Gärtner mussten weg, auch wertvolle Tier- und Pflanzenarten verlieren dort ihr Zuhause.

Bedrohte-Paradiese-1 from bier statt blumen on Vimeo.

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Das Ende des Internets wie wir es kennen?

Von Nicole Walter

Über Netzneutralität gibt es keine breite öffentliche Debatte. Dabei bestimmt sie, wie frei das Internet ist und wie stark die Nutzer kontrolliert werden. Darüber habe ich mit Jeanette Hofmann, Internet-Forscherin in Berlin, und mit Markus Beckedahl von der Digitalen Gesellschaft in Berlin gesprochen. Der Beitrag ist zuerst erschienen bei Fluter im Netz.

Sie prägt das Internet, wie wir es kennen. Dabei ist sie meist so selbstverständlich wie der Strom, der aus der Steckdose fließt. Erst wenn sie verletzt wird, fällt es schmerzlich auf. Die Netzneutralität. Sie ist einer der Kernideen des Internets: Alle Informationen sollen gleichrangig durch das Netz geleitet werden, egal welchen Inhalts, egal von wem sie kommen und an wen sie gehen. Kommt es zu vorübergehenden Engpässen, sollen alle Inhalte gleichberechtigt mit bester Anstrengung durch das Netz geleitet werden. „Das Prinzip der Netzneutralität hat das Internet groß gemacht“, sagt Markus Beckedahl, Vorstand der Digitalen Gesellschaft. „Niemand sitzt in der Mitte und entscheidet, was wir an Hardware, an Software und an Diensten nutzen.“

Ideologische, politische und wirtschaftliche Argumente prallen beim Thema Netzneutralität hart aufeinander. Wird die Netzneutralität verletzt – was weltweit öfters der Fall ist – ist es in etwa so, als dürfte mit dem Strom nur die Waschmaschine eines bestimmten Herstellers betrieben werden, der dafür einen Extra-Bonus an den Stromlieferanten zahlt. Und um das zu steuern, würde der Stromlieferant in Echtzeit erfahren, wofür wir den Strom gerade nutzen. Der Vergleich stammt von Jeanette Hofmann, die Wissenschaftlerin forscht seit gut fünfzehn Jahren zum Internet, zurzeit am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und am Institut für Internet und Gesellschaft. Sie hat wie Markus Beckedahl den Aufruf „Pro Netzneutralität“ unterzeichnet, weil sie dieses für sie wesentliche Fundament des freien Internets ernsthaft gefährdet sieht.
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Februar in Berlin.

Imbiss am Alex

Lächel mal wieder

Winter. Kalt. Grau. Nass.

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Viva el Hüftgold

Solange der Winter kalt ist, kann man weiterhin wunderbar wahrhaft nahrhafte Dinge essen. Solche, die gut sind fürs Gemüt und das Gold um die Hüften. Bei der Kälte braucht man schließlich jede Menge Energie. Zwei meiner liebsten Hüftgoldlieferanten möchte ich euch heute kurz vorstellen:

Gemocht habe ich sie eigentlich nie. Aber Seit gut einem Monat schwärme ich für Kartoffelpuffer. Für die, die es im Kater Mikesch in der Proskauer Straße in Friedrichshain gibt. Ein echtes Winteressen. Saftig, kross und mit Kräutern. Nicht zu hip, schließlich ist das Kater Mikesch keine Szene-Restaurant, sondern steht für bodenständige, sattmachende, großartige böhmische Küche. Das Bild sagt mehr als 1000 Worte …

Kartoffelpuffa im Kater Mikesch

Das Schaufenster vom Kater Mikesch

 

Die Kakaobohne – das wilde Tier

Die Kakaobohne ist ein wildes Tier. Voller Kraft und magischem Zauber. Und der Duft frisch gerösteter Kakaobohnen ist so markant-herb, so wenig süß, das er mir wohl ewig in meinem Duftgedächtnis bleibt. In’t Veld macht Schokolade. Bonvodou. So heißt sie. Nur aus wenige puren Zutaten gemacht. Seitdem ich sie vor ein paar Wochen das erste Mal gekostet habe, werde ich Milka, Ritter Sport & Co. nie wieder Schokolade nennen. Es sind Süßigkeiten, Schokolade ist etwas ganz anderes. Wirklich, ehrlich, Ehrenwort. Soviel der Schwärmerei. Int’ Die Bohnen werden im Laden geröstet, gepult und zu Schokolade gemacht. Int’t Veld ist ein Missionar, ein durchgeknallter leidenschaftlicher Verfechter von Schokolade. Wer seine Werkstatt betritt, wird wohl nicht wieder hinausgehen, ohne auch von Kinderarbeit bei Ferrero & Co. gehört zu haben. Und nicht ohne etwas etwas über die feinen Unterschiede in den Aromen von Kakaobohnen aus Madagaskar und Guinea gehört zu haben. Wahre Leidenschaft eben. Mein Favorit ist die tiefschwarze Schokolade mit Kirschen und Mandeln. Mit vier Euro pro Tafel ist sie nicht billig. “Schokolade ist ein Genussmittel”, kommentiert In’t Veld lakonisch. Aber wo er recht hat, da hat er recht.

Bis Anfang März ist der Winterladen in der Hufelandstraße 7 noch geöffnet.
Danach ist In’t Veld am Moritzplatz bei Coledampf’s zu finden.
Wer hinter das Geheimnis der Bonvodou-Schokolade kommen will, der kann für einen Nachmittag in die Werkstatt kommen und eine eigene Tafel schaffen inklusive Kakaobohnen-Pulen.

 

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Glaubenssache – Reportagefotografie in Friedrichshain

 

Zuflucht Religion (c) Christos Stefanou

 

Wer interessiert sich heute überhaupt noch für Religion, ist der Glaube ein Auslaufmodell? Darauf gibt es viele Antworten: ein christlicher Ritter aus Kreuzberg hat mit Hilfe des Glaubens den Drogen abgeschworen, die Jesus-Freaks in Neukölln feiern ihren Glauben jenseits traditioneller Regeln, die Hare-Krishna-Jünger in der Invalidenstraßen widmen ihr Leben ganz ihren “Lichtgestalten” und ihrem Guru – und kochen nebenbei wunderbar vegetarisches Essen.

Zehn Fotografen und ich zeigen ab Freitag abend unsere Fotoreportagen über Religion in der Alten Feuerwache in Friedrichshain. Morgen abend eröffnen wir unsere Ausstellung “Glaubenssache” mit Sekt und Elektro Musike und ihr seid herzlich eingeladen!

Glaube – Hoffnung und Halt oder ein Auslaufmodell? Womit geben Menschen heute Ihrem Leben Sinn und Erfüllung? Diesen Fragen sind wir in unseren ihren Reportagen nachgegangen und haben Menschen vielfältiger Glaubenskulturen eine Zeit lang mit der Kamera begleitet.

Ein kurzer Einblick in ein paar ausgewählte Themen:

Die täglichen Gebete gen Mekka, Ramadan, die Rufe des Muezzin – diese islamischen Rituale und Feiertage sind bekannt. Carlotta Schneller begleitet einen muslimischen Bestatter und zeigt in ihrer einfühlsamen Reportage einen Aspekt der Glaubenskultur des Islams, der hierzulande oft im Verborgenen stattfindet.

Athen ist für Hunderttausende Migranten ein Zufluchtsort – trotz der wirtschaftliche Misere. Die religiösen Gemeinden von Muslimen, Sikhs und Katholiken werden zur seelischen Heimat. Sie geben Hoffnung für die Zukunft, Unterstützung im Alltag und die Möglichkeit, sich mit. Leuten aus dem eigenen Land auszutauschen. Christos Stefanou zeigt sie in seiner Reportage.

Die Jesus Freaks finden sich regelmäßig im Keller einer ehemaligen Brauerei in Berlin-Neukölln ein. Sie sitzen auf alten Sofas oder lehnen an der selbstgemauerten Bar. Der Gottesdienst beginnt mit Musik. Kinder rennen durch den Raum. Auch bei der anschließenden Predigt geht es locker zu. Hier darf man sein, wie man will. Es geht vor allen Dingen um Jesus. Hans-Jörg Aleff porträtiert die Jesus Freaks in seiner Reportage.

In den 80er Jahren war Michael Marek Mitglied einer Kreuzberger Rockergang. Gewalt und Drogenexzesse haben ihn an den Abgrund geführt. Seine Hinwendung zu Gott und die Faszination für das Rittertum waren seine Rettung. Frank Seeger zeigt sein zweites Leben – das Portrait eines Menschen, der auf skurrile Weise seinen christlichen Glauben praktiziert.

Berlin, die Haupstadt des Techno, hat sich für eine internationale Szene in ein Pilgerziel verwandelt. Tag und Nacht elektronische Musik für alle. Carles Gonzaléz zeigt die Trance und Ekstase, die Liturgie und die Rituale in den Clubs von Berlin.

Die Ausstellung:

11. Januar bis 15. Februar 2013

alte feuerwache > projektraum
marchlewskistraße 6
friedrichshain

u5 weberwiese

Montag bis Freitag 14 – 19 Uhr
Freitag und Sonnabend 14 – 20 Uhr

… und sonst noch:

DO 24.01.2013, 19.00 UHR
“UM GOTTES WILLEN – IST DER GLAUBE EIN MODELL VON GESTERN”?
Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Michael Bongardt, Institut für Vergleichende Ethik, Freie Universität Berlin
Pinar Çetin, DITIB, Türkisch Islamische Union
Fabio Reinhard, Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus
und Pfarrer Heiko Schulz, Ev. Jesus-Christus-Kirchengemeide

Moderation: Alke Wierth, taz

DO 31.01.2013, 19.00 UHR
KAI LÖFFELBEIN, FREMDE HEIMAT
Vortrag und Gespräch mit dem Fotografen und Träger des Henri-Nannen-Preises Beste Reportagefotografie 2012 und UNICEF-Foto des Jahres 2011 (1. Preis)

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